Aufregung bei Nanni und Marie

Blaustirnamazone Nanni im Tierschutzzentrum Weidefeld.

Blaustirnamazone Marie, die trotz des Names ein Männchen ist, ist bei uns im Weidefelder Papageienhaus mit Weibchen Nanni verpartnert und genießt sein Liebesglück. Dieses Jahr führte ihre Romanze sogar dazu, dass Nanni ein paar Eier legte. Die Aufregung bei Marie war groß und er begann die gemeinsame Voliere noch mehr zu verteidigen als ohnehin schon.

Die ganze Mühe war jedoch umsonst. Da wir natürlich keinen Nachwuchs möchten, tauschten wir die Eier der beiden Papageien direkt gegen Kunsteier aus. Marie und Nanni blieben davon unberührt. Sie umsorgten ihre Eier weiterhin, unwissend, dass alles Bebrüten am Ende vergebens sein wird.
Aber keine Sorge: leiden tun die beiden nicht darunter. Durch den Eiertausch können sie ihr natürliches Verhalten weiterhin ausleben. Und wenn auch nach mehreren Wochen keine Küken schlüpfen, geben sie ihr Gelege von ganz alleine auf. Ein Entfernen der Eier ohne Austausch kann hingegen dazu führen, dass die Tiere wieder Eier legen, was dem Weibchen viel Kraft raubt und im schlimmsten Fall zu einer Legenot führen kann, was natürlich nicht im Tierschutzsinne ist. 

Blaustirnamazone Marie im Tierschutzzentrum Weidefeld.
Marie vs. Marius

Immer wieder kommt es vor, dass wir Papageien erhalten, deren Geschlecht falsch angegeben wird. Nicht selten "wünschen" sich die Halter*innen einfach ein Geschlecht (und benennen die Tiere dann auch entsprechend), ohne dies jemals tierärztlich überprüfen zu lassen.

Bei vielen Papageienarten ist das Geschlecht äußerlich nicht erkennbar und sollte daher durch eine Untersuchung der DNA im Labor erfolgen. Sie erhalten im Anschluss von ihrem Tierarzt ein Geschlechtszertifikat, das bei Halterwechsel mit dem Vogel mitgegeben werden sollte wie ein Personalausweis.

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