Flughunde unter Quarantäne

Flughund im Tierschutzzentrum Weidefeld

Weil die Tiere in Privathand nicht gut gehalten worden waren, sind auf behördliche Anordnung hin zwei Nilflughunde ins Tierschutzzentrum Weidefeld eingezogen. Im Reptilienhaus wurden sie zunächst unter Quarantäne gestellt und einer gründlichen Eingangsuntersuchung unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um ein sehr altes Weibchen und ein jüngeres Männchen, also möglicherweise Mutter und Sohn, handelt.

In der Wildnis sind Nilflughunde in Afrika und im Nahost verbreitet und hier vor allem nachtaktiv. Anders als Fledermäuse ernähren sie sich nicht von Insekten, sondern von Früchten. Auch bei uns im Tierschutzzentrum verspeisen die beiden Tiere mit Vorliebe unter anderem Melonen, Trauben und Bananen. Vermutlich aufgrund ihrer zuvor eher beengten Haltungsumständen scheinen sie zudem flugunfähig zu sein.

Dass Flughunde als Heimtiere keine Ausnahmeerscheinung sind, zeigte bereits der 2015 erschienene Recherchebericht "Endstation Wohnzimmer" unserer Partnerorganisation Pro Wildlife.

Eine Lösung für ihren Lebensabend hat sich auch bereits ergeben: Nach Abschluss der Quarantäne ziehen die beiden Flughunde in das Fledermaus-Zentrum "Noctalis" nach Bad Segeberg um.

Flughaut eines Flughundes
Heimtier mit Pandemiepotenzial

Dass die Privathaltung von Flughunden und anderen Exoten nicht allein aus Tierschutzgründen kritisch zu bewerten ist, zeigt die enorme Vielfalt an Krankheitserregern, die die Tiere potenziell in sich tragen können. Flughunde sind bekannte Reservoire für unter anderem Corona-, Influenza-Marburg-, Nipah- oder auch Ebola-Viren. Sie alle sind für den Menschen hochgradig ansteckend, mit schwerem bis tödlichem Verlauf und nicht zuletzt mit einem enormen Pandemierisiko behaftet.

Umso schockierender ist es, dass der Gesetzgeber nach den Erfahrungen der letzten Jahre hier nicht tätig wird und die Haltung dieser Tiere nicht endlich nachhaltig reguliert, um das Risiko für künftige Pandemien zu reduzieren.

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