Neuzugänge: Die Braunbären "Luba" und "Myhasyk"

Die Braunbären "Luba" und "Myhasyk" im Tierschutzzentrum Weidefeld

Nach einer mehr als zweitägigen Reise aus der Ukraine nach Schleswig-Holstein durften die beiden Braunbären "Luba" (9) und "Myhasyk" (11) vor gut einer Woche endlich Weidefelder Boden betreten. Dabei war zeitweise keineswegs klar, dass die beiden Petze auch tatsächlich in die EU einreisen dürfen - immer wieder stellten sich unserem Team komplexe bürokratische Hindernisse in den Weg. Und das trotz einer sehr sorgfältigen Vorbereitung des Transports von mehr als neun Monaten.

Dass die Tiere letztlich doch noch einreisen durften und nicht am ukrainisch-polnischen Grenzübergang festgesetzt oder gar zurückgeschickt wurden, verdanken wir dem unermüdlichen Engagement zahlreicher Personen, wie unter anderem den für uns zuständigen Veterinärbehörden, dem niederländischen Logistikunternehmen sowie den Beamten des polnischen Veterinärinspektorats direkt an der Grenze. Dafür sind wir ausgesprochen dankbar.

Die beiden Bären Luba und Myhasyk haben von diesem Kampf um ihr weiteres Schicksal nicht viel mitbekommen. Sie haben die Zeit geduldig und ruhig in ihren Transportboxen verbracht und sich die gelegentlichen Snacks schmecken lassen, die die Fahrer ihnen immer wieder zugesteckt haben.
Luba ist eine ehemalige Zirkusbärin, Myhasyk ein ehemaliger Fotomotivbär, mit dem Touristen sich fotografieren lassen konnten, solange er noch ein Jungtier war. Später wurden beide in kleine Gitterkäfige weggesperrt, wo sie Verhaltenstörungen entwickelten, bis unsere ukrainischen Kooperationspartner von der Tierschutzorganisation "Save Wild" sie schließlich retten und in ihre Auffangstation "White Rock Bear Shelter" nahe Kyjiv übernehmen konnten. Um die dringend benötigten Kapazitäten der ukrainischen Tierschützer*innen zu entlasten, und um Luba und Myhasyk eine Perspektive außerhalb eines Krisengebietes bieten zu können, haben wir im November vergangenen Jahres die Übernahme der Bären ins Tierschutzzentrum Weidefeld angeboten.

Nach ihrer Ankunft am 05. September durften sich die Tiere zunächst von den Strapazen des Umzuges erholen und in den Stallungen des Weidefelder Bärenrefugiums zur Ruhe kommen. Zwei Tage später schließlich wurden sie in den Eingewöhnungsbereich der Freianlage entlassen, wo sie nun ausgiebig ihr neues Zuhause kennenlernen und sich auf die anstehende Winterruhe vorbereiten dürfen.
Nach Ruhe war den Bären zunächst aber noch nicht zumute: Kaum raus aus den Ställen stürzten sich Luba und Myhasyk freudig in den Teich, wo sie nicht nur ihr Wiedersehen feierten, sondern sich auch genussvoll mit Seegras einrieben oder sich spielerisch durchs Schilf scheuchten. Nach so viel Aufregung für uns alle ein zutiefst bewegender Moment, immer verbunden mit der Hoffnung, dass Luba und Myhasyk in Weidefeld noch lange ein glückliches und erfülltes Leben führen dürfen.

 

Braunbärin Luba betritt die Stallungen des Tierschutzzentrums Weidefeld
Umzugsstress ade

Damit Luba und Myhasyk jetzt erst einmal so richtig ankommen und runterkommen können, ist es wichtig, dass wir sie möglichst wenig stören. Was im Tierschutzzentrum Weidefeld ohnehin schon ein hohes Gut unserer Tiere ist, nämlich dass sie nicht zur Schau gestellt werden, hat in diesem Fall noch einmal einen ganz besonderen Stellenwert.
Bitte haben Sie deshalb Verständnis dafür, falls Sie in den kommenden Tagen und Wochen eine Führung durch das Tierschutzzentrum gebucht haben sollten, falls Sie die beiden Neuzugänge nicht sehen sollten. Die Tiere sollen nun jede Möglichkeit bekommen, sich bestmöglich einzugewöhnen und sich auch auf die anstehende Winterruhe vorzubereiten.

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