Der im Juli in Reinbek entlaufene Serval ist nun in das Tierschutzzentrum Weidefeld umgezogen. Das Tier war zuvor illegal gehalten worden und seinen Haltern schließlich entwischt. Nach mehreren Tagen Freigang in der Ortschaft und einer nächtlichen Einfangaktion wurde der Kater mit Namen "Balean" zunächst in das Tierheim Reinbek gebracht, wo er jedoch aufgrund seiner komplexen Ansprüche nicht dauerhaft bleiben konnte.
Servale sind Afrikanische Wildkatzen, die auf dem Exotenmarkt zunehmend gehandelt werden, um damit sogenannte Hybridkatzen - Mischlinge zwischen exotischen Arten und der Hauskatze - zu züchten und diese zu hohen Preisen weiterzuverkaufen. Die Zucht von Hybridkatzen bringt diverse gravierende Tierschutzprobleme mit sich und wird daher vom Deutschen Tierschutzbund abgelehnt.
In absehbarer Zukunft wird die Hybridkatzenzucht die deutschen Tierheime zunehmend unter Druck setzen, da diese hierauf nicht gut vorbereitet sind. Rein rechtlich sind Hybridkatzen bis zur einschließlich vierten Generation auch in Privathand bzw. in den Tierheimen unter Zoobedingungen zu halten, was eine größflächige Voliere erforderlich macht. Zudem stehen der Serval, der Karakal und andere exotische Wildkatzen in mehreren Bundesländern auf der Gefahrtierliste (Bayern, Berlin, Bremen, Niedersachsen und Thüringen) und unterliegen damit je nach Länderregelung einem Haltungsverbot mit Erlaubnisvorbehalt, einer Genehmigungspflicht o.ä. Erst vor kurzem hatte das Tierschutzzentrum Weidefeld den F2-Savannahkater "Atary" aus einem Todesfall übernommen.


